Mehr Gemüsegärten in Freiburg
Bei Neubauten im Kanton sollen künftig Gemüsegärten zur Verfügung gestellt werden. Dies entschied der Grosse Rat.

Hauseigentümerinnen und -eigentümer sollen in Freiburg künftig bei Neubauten Gemüsegärten zur Verfügung stellen. Konkret sollen pro neue Wohnung fünf Quadratmeter Garten angeboten werden. Der Freiburger Grosse Rat hat eine entsprechende Motion auf Empfehlung des Staatsrats mit 56 zu 38 Stimmen angenommen. Nicolas Pasquier (Grüne) und Jacques Morand (FDP) hatten die Motion eingereicht.
Sozialer und erzieherischer Nutzen
Laut den Motionnären und auch der SVP-Grossrätin Katharina Thalmann-Bolz haben solche Gemüsegärten mehrere sinnvolle Nutzen. Einerseits entsteht dadurch in den "zubetonierten Städten ein Gemeinschaftsgefühl". Andererseits mache es auch aus ökologischer Sicht Sinn:
Wir [von der SVP] sind auf diesem Punkt ziemlich grün.
Sollte der Hauseigentümer den Gemüsegarten nicht bauen, solle er künftig finanzielle Abgaben an die Gemeinden bezahlen - ähnlich wie bei fehlenden Parkplätzen oder Spielplätzen. Wie viel und ob überhaupt Ersatzzahlungen abgegeben werden sollen, können die jeweiligen Gemeinden selbst entscheiden. Mit dieser Motion wird also in erster Linie eine rechtliche Grundlage geschaffen. Dies dürfte für die SVP-Fraktion wohl der entscheidende Punkt für ihre Zustimmung gewesen sein.
Grüne, SP und SVP zusammen
Überraschend ist bei dieser Gemüsegarten-Vorlage auch, dass die beiden politischen Pole gleich abgestimmt haben. Die Motion stammt nämlich vom Grünen Grossrat Nicolas Pasquier. Die SP, die Grünen und die SVP haben zugestimmt. Die Mitte-Partei und auch die FDP von Mitmotionär Jacques Morand haben mehrheitlich gegen diese Motion abgestimmt. Die Kritik: Wie wird ein Gemüsegarten juristisch definiert? Zählt zum Beispiel eine Unkraut-Wiese dazu? Gibt es nicht schon genug staatliche Pflichtersatzabgaben? Diesen Fragen geht die Regierung nun nach und muss einen konkreten Gesetzesentwurf präsentieren.




