Die Gottéron-Ladies sind keine Alibiübung!
Die Gottéron-Ladies spielen zum ersten Mal in der höchsten Schweizer Eishockeyliga. Die Verantwortlichen haben ihre Ziele bekannt gegeben.

Mit dem Aufstieg in die höchste Liga ist im letzten Frühling ein grosser Meilenstein im Projekt der HCFG-Ladies erreicht worden. Zum ersten Mal nimmt das Freiburger Team am Spielbetrieb in der höchsten Schweizer Liga im Fraueneishockey teil. Von der Aufsteigermannschaft von damals ist derweil nicht mehr viel übrig geblieben. Der Gap zwischen der zweithöchsten und höchsten Liga im Schweizer Fraueneishockey ist gemäss dem Verantwortlichen der Gottéron-Ladies entsprechend gross.
"Da ist kein Platz für Sentimentalitäten", sagt Jungo an der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz. Im Sommer hatte unter anderem er die Aufgabe, diverse Kader-Cuts durchzuführen, um die nötige Qualität in die Mannschaft zu bringen. Die Meisten hätten die Entscheidung dann auch akzeptiert oder seien von sich aus nicht bereit gewesen, mehr zu investieren, so Jungo.
Doch Jungo gibt zu: "Manchmal gibt es Meinungsverschiedenheiten, wenn eine Spielerin das Gefühl hat, sie genüge den Anforderungen in der höchsten Liga. Dann ist es unsere Aufgabe, ihr beizubringen, dass es noch nicht reicht." Mit einer Herausforderung startet Emanuel Jungo auch in die Mission Ligaerhalt, denn Stammtorhüterin Jade Dübi hat sich in der Vorbereitung verletzt und fällt drei bis vier Monate aus. Wie die Gottéron-Ladies den Ausfall ersetzen wollen, erzählt Emanuel Jungo im Interview.
Das Abenteuer SWHL A startet für die Frauen von Freiburg-Gottéron am 16. September mit dem Derby gegen den SC Bern.
Matchbesuche noch gratis
Einer, der laut Jungo von Anfang an vom Projekt Fraueneishockey überzeugt war, ist CEO John Gobbi. "Es ist eine grosse Ehre und ich bin sehr stolz", freut sich John Gobbi über den bevorstehenden Saisonstart. Gobbi ist überzeugt, in einem Klub wie Freiburg-Gottéron brauche es Platz für alle, die Eishockey spielen möchten. Bis vor zwei Jahren sei das für die Frauen noch nicht der Fall gewesen.
Mit dem Aufstieg in die SWHL A habe man ein erstes Ziel erreicht, das Nächste heisst nun Ligaerhalt und etablieren im Oberhaus. Dazu hilft ein Budget von rund 300‘000 Franken. Die Verantwortlichen glauben, sich damit ungefähr im Mittelfeld aller Klubs der SWHL A zu befinden. Aber, "es gibt wenig Transparenz in Sachen Budget", sagt Gobbi.
Die Ladies sollen den Männern an so vielen Orten wie möglich gleichgestellt sein. Die Spiele in der BCF Arena sind in der ersten Saison gratis. Gobbi betont, es handle sich um eine vorläufige Entscheidung. "Wir wollen so alle einladen, einmal in die BCF Arena zu kommen, auch für einen Frauenmatch."
Klar, wer eine bessere Mannschaft will, der müsse auch das Budget erhöhen und das laufe nunmal auch über das Ticketing.
Profistatus braucht seine Zeit
Präsident Hubert Waeber ist vor allem eines wichtig. "Ich habe von Anfang an gesagt, wenn wir das Projekt Gottéron-Ladies machen, dann soll es keine Alibiübung sein." Auch wenn Waeber zugibt, dass die Ladies noch weit von einem Profistatus entfernt sind. Die Ausländerinnen beziehen beispielsweise Lohn und Spesen. 3'500 Franken Mindestlohn wird für Ausländerinnen vorgeschrieben. Der Rest der Mannschaft arbeitet, oder studiert nebenbei. Das Team soll zu rund einem Drittel aus Freiburgerinnen bestehen.




