News für unsere Region.

Grüne Welle in Deutschfreiburg blieb aus

Im Sensebezirk rollte am Wahlsonntag keine Grüne Welle wie im französischsprachigen Teil des Kantons. Trotzdem sind die Grünen zufrieden.

Das Logo der Grüne Schweiz. © Keystone

Der Unterschied zwischen den beiden Kantonsteilen könnte nicht grösser und auffallender sein. Im französischen Teil Freiburgs rollte am Wahltag eine regelrechte Grüne Welle über den Kanton. Insgesamt neun Gemeinderätinnen und Gemeinderäte konnte die Partei neu besetzen. Gesamthaft gingen dort 65 Sitze an die Grünen. In der deutschen Hemisphäre dagegen herrschte eher Flaute.

In Düdingen schaffte es gerade mal ein Grüner Kandidat in das Gemeindeparlament. Für Aussenstehende klingt dies enttäuschender, als es für Verantwortliche aussieht. Dazu Simone Grossrieder, Präsidentin Grüne Sense: "Ich würde nicht sagen, dass wir nicht von der Grünen Welle profitieren konnten. Im Gegensatz zu anderen Sektionen, vor allem im französischsprachigen Raum, sind wir Grünen im Sensebezirk relativ jung. Weil wir noch nie bei Gemeindewahlen angetreten sind, ist die Tatsache, dass wir einen Generalrat stellen konnten, bereits ein Riesenerfolg."

Trotzdem zufrieden

Auch Mirjam Ballmer, Kantonspräsidentin Grüne Freiburg und frischgebackene Stadtfreiburger Gemeinderätin, ist über die geringe Ausbeute der Sektion Deutschfreiburg nicht erschüttert: "Diese Resultate sind auch erfreulich. Wir konnten zwar nicht direkt Sitze verbuchen, die wir uns auch erhofft hatten. Man muss aber sehen, dass die Sensebezirk-Sektion erst kürzlich gegründet wurde." Grüne seien in diesem Gebiet noch nicht verankert, ihnen fehle noch der Aufbau einer grossen Personalbasis.

Für die Unterschiede gegenüber dem französischsprachigen Kantonsteil sieht Simone Grossrieder verschiedene Gründe: "Weil wir erst eineinhalb Jahre dabei sind, fehlt uns die Stammwählerschaft. Daher haben wir keine etablierten Kandidatinnen und Kandidaten, wie das andere Parteien mitbringen. Auch ist die Sichtbarkeit der Grünen nicht gleichermassen gegeben, weil wir auf gemeinsamen Listen stehen, die wir mit anderen teilen. Zu diesem Schritt waren wir gezwungen, weil uns weniger Kandidaten zur Verfügung stehen als dies in anderen Teilen des Kantons Freiburg der Fall ist."

Richtige Strategie

Der Entscheid, ihre Kandidaten auf gemeinsame Listen mit anderen Parteien zu setzen, trug seine Früchte: "In der Stadt kam eine ganze Einzelliste mit Grünen zu Stande. Wir hingegen wussten bis kurz vor den Eingabefristen nicht, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten wir überhaupt stellen können. Mit nur vier hätten wir unmöglich eine ganze Liste geschafft", sagt Grossrieder.

Die Bezirkspräsidentin der Grünen sieht mehr Potenzial für die Zukunft: "Gerade im Sensebezirk gab es allgemein einen Linksrutsch. In den verschiedenen Parlamenten fand eine Verjüngung statt. Zudem ist ein grösserer Frauenanteil zu verzeichnen." Gemäss Grossrieder findet ein Umdenken statt. Grüne Themen wie Nachhaltigkeit und Soziales seien in den Köpfen der Menschen angekommen.

RadioFr. - Philipp Bürgy / faeb
...