"Ich habe nicht erste Priorität, Reto Berra ist wichtiger"
Der Vertrag von Gottéron-Stürmer Mauro Jörg läuft Ende Saison aus. Er möchte in Freiburg bleiben - zwei Scorerpunkte aus 14 Partien sprechen nicht für ihn.

Mauro Jörg hat bis jetzt eine eher mässige Saison gezeigt. Dem Stürmer gelangen in 14 Partien bloss zwei Scorerpunkte (1 Tor; 1 Assist). Der 33-jährige Bündner kommt auf eine durchschnittliche Eiszeit pro Match von rund zehn Minuten. Damit hat, von den regelmässig eingesetzten Stürmer, nur Dominik Binias weniger Zeit auf dem Eis. Einzig im Boxplay setzte Trainer Christian Dubé auf Mauro Jörg, in Unterzahl kommt Jörg auf 23 Minuten Einsatz, was teamintern der viertbeste Wert ist. Zu Beginn der Saison war er phasenweise 13. Stürmer und konnte sich für eine Vertragsverlängerung nicht wirklich empfehlen.
Im Interview spricht Mauro Jörg über seine aktuelle Situation bei Freiburg und über seine offene Zukunft bei Gottéron, den SCL Tigers oder Ajoie?
RadioFr.: 14 Partien und nur zwei Scorerpunkte, dazu wenig Eiszeit. Wie wichtig sind dir deine persönlichen Statistiken?
Mauro Jörg: Die Statistiken sind natürlich ein Aspekt, den man als Spieler im Auge behalten sollte. Ich hatte eine mässige Vorbereitung und konnte mein volles Potenzial nicht ausschöpfen. Ich hatte Phasen, in denen ich nur etwa acht Minuten Eiszeit pro Spiel hatte und wurde hauptsächlich im Boxplay eingesetzt.
Je mehr Eiszeit man bekommt, desto mehr spürt man das Vertrauen des Trainers. Ich denke aber, dass ich nicht nur anhand meiner Scorerpunkte bewertet werden sollte. Ich trage auch defensive Verantwortung in meiner Linie und versuche, dem Team in vielerlei Hinsicht zu helfen.
In den Vertragsverhandlungen spielen aber die Statistiken bestimmt eine Rolle?
Statistiken spielen sicherlich eine Rolle in den Vertragsverhandlungen. Sie sind ein Instrument, um die Leistung eines Spielers zu bewerten. Aktuell stehe ich ohne Vertragsverlängerung da und habe nicht so viel Eiszeit bekommen, wie ich mir gewünscht hätte. Mit meiner Spielweise gehöre ich möglicherweise nicht zu den Spielertypen, die in den Augen des Sportchefs Priorität haben.
Was sind deine Pläne oder Hoffnungen in Bezug auf deinen aktuellen Klub?
Mein Wunsch ist es, in Freiburg zu bleiben. Ich habe hier gute Momente erlebt und fühle mich wohl. Ich hoffe sehr, dass wir eine Lösung finden können, um meine Karriere hier in Freiburg fortzusetzen.
Welche Schritte machst du, um deine Chancen auf eine Vertragsverlängerung zu verbessern?
Das ist eine gute Frage. Wie ich bereits erwähnt habe, gebe ich in jedem Spiel mein Bestes. Ich arbeite hart und konzentriere mich darauf, meine Leistung zu steigern.
Das bedeutet, dass ich sowohl im Training als auch bei den Spielen alles gebe, um mich zu verbessern und somit auch wieder mehr Eiszeit bekommen und auch mehr Scorerpunkte sammeln kann.
Stehen die Zeichen auf Trennung?
Ich hoffe nicht. Es liegt letztendlich in den Händen von Gottéron, ob sie auch in Zukunft auf mich setzen möchten. Das Dossier Reto Berra ist sicher momentan wichtiger als meine Personalie. Es ist eine Zeit der Unsicherheit, aber ich versuche, geduldig zu sein. Hoffe wirklich, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, dass ich hier bleiben kann.
Teams wie die SCL Tigers oder Ajoje würden dir sicher noch eine Chance geben. Tönt das etwas brutal?
Tönt etwas brutal ja. Aber wenn es sich hier in Freiburg nichts ergibt, werde ich sicher weiterschauen müssen...
Das Interview führte Martin Zbinden.
Gottéron spielt am Freitag zuhause gegen den HC Davos. Hier die mögliche Aufstellung:
Tor:
Berra, Ersatz Rüegger
Verteidigung:
- Jecker - Gunderson
- Borgmann - Diaz
- Dufner - Seiler
- Streule
Sturm:
- De la Rose mit DiDomenico und Bertschy
- Schmid mit Mottet und Sprunger
- Walser mit Jörg und Bykov
- Wallmark mit Marchon und Sörensen
- Binias