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In puncto Inklusion dürfen wir noch etwas zulegen

Die Paraclimberin Amruta Wyssmann ist erfreut, dass Athletinnen und Athleten mit körperlichen Einschränkungen ebenfalls Teil der Kletter-Weltmeisterschaft sind.

Amruta Wyssmann gibt schon bald an den Weltmeisterschaften vollen Einsatz. © ZVG

Vom 1. bis zum 10. August steht das Bernexpo Gelände und die Postfinance-Arena ganz im Zeichen des Kletterns. Während zehn Tagen finden sämtliche WM-Wettbewerbe im Klettern in der Schweizer Bundeshauptstadt, statt. 

Zum ersten Mal sind auch Athletinnen und Athleten mit körperlichen Einschränkungen am gleichen Event mit dabei und führen nicht parallel, wie zum Beispiel 2021 in Moskau, eigene Weltmeisterschaften durch. Teil des Schweizer Paraclimber Nationalteams ist auch die Wahlfreiburgerin Amruta Wyssmann. Wyssmann ist die Pionierin der Schweizer Para-Kletterszene. Vor zwei Jahren begann sie als erste Athletin des Landes mit dem Parasport. "Obwohl es Paraclimbing seit mehr als 20 Jahren gibt, war mir der Sport völlig unbekannt. Dann probierte ich es einfach mal aus und merkte, es macht mega Spass."

Geholfen, den Sport bekannter zu machen, habe nicht etwa die Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele, sondern genau eine solche Heim-WM, wie man sie jetzt habe. 

Ich kann in den Final, wenn ich einen guten Tag erwische

Im Parasport gibt es nur eine Disziplin, das Schwierigkeitsklettern oder in der Fachsprache, das sogenannte Leadklettern. "Die Routenbauer schrauben eine Kletterroute, dann haben wir sechs Minuten Zeit, um möglichst weit nach oben zu kommen", erklärt Amruta Wyssmann ihre Disziplin. Insgesamt gibt es im Paraclimbing zehn Kategorien, jeweils in Männer und Frauen unterteilt. "Bei meiner Kategorie, wo nur Athletinnen ohne Unterarm klettern, ist Voraussetzung, dass das Ellenbogengelenk noch vorhanden ist, aber kein Handgelenk. Dann gibt es Kategorien mit Sehbehinderten, neurologisch eingeschränkten Personen, bis hin zu Querschnittgelähmten." Trotz der zahlreichen Kategorien steckt der Sport laut Wyssmann noch in den "Kinderschuhen". Der Fortschritt sei jedoch enorm. "Innerhalb von zwei Jahren ist das Nationalteam von einer Athletin auf 16 angewachsen", dies sei fantastisch. 

Die Qualifikation bestreitet Amruta Wyssmann am 8. August. Zwei Tage später findet der angestrebte Final statt. "Wenn ich einen guten Tag erwische, kann ich es schaffen. Es wird wegen der grossen Konkurrenz aber sicher schwierig."

Inklusion dürfte noch einen Schritt vorwärtsmachen

Mit Bern richtet die Schweiz also den ersten inklusiven Weltmeisterschaftsevent im Klettersport aus. Aber wie steht es mit der Inklusion von eingeschränkten Menschen in der Schweiz sonst aus? "Wir dürfen noch einen Schritt machen", lächelt Wyssmann. "Meiner Meinung nach ist noch Bedarf in der Aufklärung da. Viele Leute wissen gar nicht, was alles möglich ist mit einer Behinderung. Ich höre oft die Frage, was das geht trotz deiner Behinderung? Da hilft es, wenn wir sichtbar bleiben." Solche Situationen seien für sie aber immer ein Ansporn gewesen, ihre Bestleistung abzurufen. Für die kommende WM sei nun aber auch Motivation, dass viele bekannte Gesichter zu ihrem Wettkampf kommen würden. Dieser Wunsch ist der 31-Jährigen sogar fast noch wichtiger, als die Finalqualifikation. "Ich hoffe, dass nicht nur viele Leute zu den Wettkämpfen, den regulären Kletterwettbewerben kommen, sondern auch zu uns Paraclimbern, am 8. und 10. August." 

RadioFr. - Ivan Zgraggen
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