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Mont-Vully erhält nachhaltige Fernwärme

Die Kompostieranlage Seeland hat ihre Heizzentrale eingeweiht. Damit stösst sie zehnmal weniger CO2 aus als bisher.

In diesem Ofen werden die Holzstücke verbrannt, die Energie wird danach ins Fernwärmenetz eingespiesen. © RadioFr.

Die Kompostieranlage Seeland in Galmiz produziert neu Wärme aus Holzschnitzeln. Das Unternehmen hat am Donnerstag seine Heizzentrale offiziell in Betrieb genommen – diese liefert Energie für das Fernwärmenetz der Gemeinde Mont-Vully.

Die Kompostieranlage sorgt dafür, dass im Netz mindestens 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Mit der Netzbetreiberin Groupe E ist dies vertraglich so vereinbart. Bisher kam die Energie der Kompostieranlage einerseits aus der Abwärme der Biogasanlage, andererseits aus einer übergangsweise angeschlossenen Ölheizung. Diese wird nun abgeschaltet – womit sich der CO2-Ausstoss um das Zehnfache reduziert. Mit der neuen Anlage entsteht Energie für schätzungsweise 1'000 Haushalte. Die Heizzentrale kostete das Unternehmen 1,1 Millionen Franken.

Verhärtete Fronten

Eigentlich wäre es Christian Haldimanns Plan, die Anlage weiter auszubauen. Er ist Geschäftsführer der Kompostieranlage. Doch der Bund stellt sich quer; mit Verweis auf das Raumplanungsgesetz hat er den Kanton Freiburg angewiesen, den Ausbau aus dem kantonalen Richtplan zu streichen. Der Kanton Freiburg, eigentlich ein Unterstützer des Projekts, hat letztlich nachgegeben. Haldimann ist verärgert – vor allem über die Kommunikationsweise: "Es fand kaum ein Austausch statt. Die zuständigen Personen beim Bund sind leider nicht bei uns gewesen, um sich das Ganze anzusehen", sagt er.

Der Bund argumentiert, dass die Sonderzone, auf dem die Anlage etwas ausserhalb von Sugiez aktuell steht, nicht ausgebaut werden könne. Solche Anlagen gehörten in Industriezonen. Für Christian Haldimann ergibt das keinen Sinn. "Die Gärprozesse bringen Gerüche mit sich, die sich über mehrere Kilometer verteilen. In einer Industriezone ist das nicht erwünscht." Der Geschäftsführer will weiter kämpfen und glaubt daran, seine Anlage eines Tages doch noch erweitern zu dürfen.

RadioFr. - Lukas Siegfried
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