Nein zu einer Subvention für den Rückbau von Chalets
Die Eigentümer der Chalets in der Grande Cariçaie lehnten das Angebot der Kantone Waadt und Freiburg ab, den Rückbau zu subventionieren.

Die Eigentümer der Chalets in der Grande Cariçaie lehnten das Angebot der Staatsräte der Kantone Waadt und Freiburg für eine Rückbau-Subvention ab. Dieses betraf eine Summe von 10'000 Franken, die vom Bund und den Kantonen für jedes vor dem 31. Dezember 2024 abgerissene Chalet gewährt wurde, sofern der Subventionsantrag vor dem 31. Mai 2023 eingereicht werde.
"Ein solches Angebot heute anzunehmen, würde in die entgegengesetzte Richtung aller laufenden rechtlichen Schritte gehen. Und alle Bemühungen, die seit über 40 Jahren für die Erhaltung dieses typischen Seeerbes des 20. Jahrhunderts unternommen wurden, wären zunichte", schrieb die Anwohnervereinigung Südufer des Neuenburgersees in einer Mitteilung.
Tatsächlich wurden Anfang 2022 beim Freiburger Kantonsgericht Beschwerden eingereicht. Dies mit dem Ziel, die in Cheyres-Châbles, Estavayer und Delley-Portalban gelegenen Wohnhäuser zu erhalten. Im Kanton Waadt waren zur gleichen Zeit ebenfalls drei Gerichtsverfahren im Gange, um die Zerstörung von 62 Chalets, hauptsächlich in Cudrefin und Vully-les-Lacs, zu verhindern.
Keine konkrete finanzielle Unterstützung
Die Präzisierungen des Freiburger Staatsrats "über die Natur und die rechtliche Verankerung dieser Subventionen" haben nicht die Zustimmung der Vereinigung gefunden. Sie bedaure auch, dass "die 5000 Franken kantonale Unterstützung pro Chalet mehrheitlich in Form eines Verzichts auf Verwaltungskosten und nicht in Form einer konkreten finanziellen Hilfe gewährt werden".
Der Konflikt um die Chalets in der Grande Cariçaie dauert bereits seit über 40 Jahren an. Er besteht zwischen dem Kanton und Naturschutzverbänden, welche das Südufer des Neuenburgersees schützen wollen, indem sie insbesondere die dort befindlichen Chalets abbauen, auf der einen Seite, und den Eigentümern der Chalets, die diese behalten wollen, auf der anderen.
Insgesamt sind 187 Chalets betroffen, die zwischen 1910 und 1960 gebaut wurden.




