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Notfall in Tafers über Nacht weiterhin geschlossen

Dem HFR Tafers fehlen Fachkräfte, um den Notfall rund um die Uhr offen zu halten. So bleibt ungewiss, wie lange diese Situation anhält.

Bleibt nachts vorerst geschlossen: die Notfallaufnahme in Tafers. © Keystone

Die Notfallstation des Spitals in Tafers bleibt während der Nacht weiterhin geschlossen. Die Spitalleitung findet nicht genügend Personal mit dem nötigen Fachwissen. Der Dienst sollte bereits per 1. Februar wieder im normalen 24-Stunden-Modus anlaufen. Dieses Vorhaben wurde jedoch ein weiteres Mal auf den 1. April verschoben. Nach Verstreichen der Frist ist nun für die Verantwortlichen weiterhin unklar, wie lange diese ungewisse Situation noch anhält.

Gian Melcher ist temporärer Standortleiter des Spitals Tafers und bestätigt, das Ziel der Spitalleitung befinde sich in Gefahr: “Das ist tatsächlich der Fall und die Situation ist ernst. Es betrifft nicht nur die Notfallstation, sondern auch die Klinik für Innere Medizin. Im Moment wissen wir nicht, wie sich in den kommenden Monaten der Verlauf der Dinge entwickeln wird.“ Mit Hochdruck werde nach Fachärztinnen und Fachärzten gesucht. Das Personal müsse genauestens wissen, mit einem Notfall umzugehen und dafür Verantwortung übernehmen. Zwar gebe es viele gut ausgebildete Assistenzfachkräfte, diese könnten jedoch nicht im Alleingang entscheiden.

Unattraktiver Standort

Der Spitalstandort Tafers ziehe für auswärtige Ärztinnen und Ärzte zu wenig. Das HFR stehe sich in einer ländlichen Umgebung, nur 20 Minuten entfernt befinde sich der grössere Zentrumsstandort von Freiburg. Das mache es schwierig, Leute von der Sache zu überzeugen. Besonders gute Angebote könne man Bewerbenden so nicht machen, sagt Melcher:  “Im Moment kann nicht mehr getan werden. Ein Teil der Inserate wurde erst vor kurzem veröffentlicht. Wir werden weiterhin versuchen, mit den Zentrumsspitälern und dem uns zur Verfügung stehenden Netzwerk Leute zu gewinnen, die bei uns arbeiten.“

In der vergangenen Zeit hätten mehrere Kandidatinnen und Kandidaten kurzfristig wieder abgesagt. In Fachkreisen habe Tafers nicht der beste Ruf. Die Arbeitsbelastung sei gross und es herrsche chronischer Personalmangel. Zum Teufelskreis komme hinzu, dass Leute ständig künden. Immerhin scheinen nun alle Akteure am gleichen Strick zu ziehen. Nebst Leuten des HFR sassen am Mittwoch auch der Präsident der Sensler Hausärzte, Manfred Piller, sowie der Oberamtmann Sensebezirks, Manfred Raemy, an einem Tisch. Raemy unterstreicht: “Wir bemühen uns gemeinsam, um Lösungen zu finden. Seit zwei Jahren besteht hierzu ein konstruktiver Dialog. Ferner bin ich überzeugt, dass wir uns auf dem richtigen Weg bewegen. In der Vergangenheit wurde viel Geschirr zerschlagen, das nun beseitigt werden muss.“

Um eine Lösung kämpfen

Auch Manfred Piller ist zuversichtlich, dass bald ein neuer Ansatz gefunden werden kann: “Wichtig ist nun, dass man nicht den Kopf in den Sand steckt und alles geschehen lässt. Wir müssten versuchen, weiterhin um unser Spital zu kämpfen. Das HFR mit seinem Notfall ist für den Sensebezirk sehr wichtig.“ Es sei von grosser Bedeutung, dass diese Station rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Die Frage, wie das Problem angegangen werden kann, bleibt jedoch unbeantwortet. Eine Variante wäre beispielsweise, in der Nacht Fachärzte aus Freiburg dank Telemedizin zuzuschalten. So könnte einer Assistentin oder einem Assistent geholfen werden, bei wichtigen Entscheidungen mitzuhelfen. Gemäss Gian Melcher sei diese Methode noch zu unausgereift.

So sucht das HFR Tafers weiterhin nach ausgebildetem Fachpersonal, das motiviert ist, im Bezirkshauptort zu arbeiten. Mandred Raemy ist zuversichtlich: “Ich bin überzeugt, dass gute Lösungen gefunden werden können.“ Manfred Piller ergänzt: “Wenn man in die Vergangenheit zurückblickt, erkenne ich Momente, bei denen ich Hoffnung hatte.“ Die nächste Entscheidung wird im Juni gefällt. Dann soll die Lage des HFR neu beurteilt werden. Die Verantwortlichen wollten noch nicht bestätigen, ob dieser Zeithorizont als letztes Ultimatum gilt, den Notfall in Tafers auch in der Nacht wiederum offen zu halten.

RadioFr. - Lukas Siegfried / faeb
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