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Überrascht und schockiert

Die kurzfristig angekündigten Massnahmen des Bundesrats stossen nicht nur die Freiburger Wirt:innen vor den Kopf, sondern auch die Kantonsregierung.

Die kurzfristig angekündigten Massnahmen des Bundesrats stossen nicht nur die Freiburger Wirt:innen vor den Kopf, sondern auch die Kantonsregierung. © KEYSTONE ANTHONY ANEX

Im Kanton Freiburg fühlen sich aktuell viele Leute vor den Kopf gestossen nach den spontanen zusätzlichen Massnahmen, die gestern vom Bundesrat angekündigt wurden (Frapp berichtete). Neben den Freiburger Wirt:innen ist auch die Kantonsregierung enerviert.

Einkaufsläden und Gastrobetriebe müssen um 19 Uhr schliessen sowie sonntags geschlossen bleiben. Dies ist eine der angekündigten Massnahmen, die für die Freiburger Kantonsregierung völlig unerwartet kommt.

Der Staatsrat Maurice Ropraz ist überrascht. Die Fallzahlen im Kanton Freiburg sinken. Er habe den Eindruck, der Kanton Freiburg werde in dieser Situation abgestraft. Hier war man im Begriff, die Massnahmen ein wenig zu lockern für Gastrobetriebe und Kultureinrichtungen.

Die Freiburger Restaurants dürfen zwar morgen Donnerstag öffnen, aber die neuen Einschränkungen von Bundesbern stelle die Wirt:innen vor viele Fragen: was bestellen, was vorbereiten etc... Wer denn unter solchen Umständen arbeiten könne, fragt Muriel Hauser von GastroFribourg, und fügt an, dass das unmöglich wäre. Sie sei regelrecht schockiert, sagt die oberste Freiburger Wirtin.

Die neusten Entscheidungen rufen auch die Politik auf den Plan. Die SVP ärgert sich auch über die Einschränkungen für die Kultur und die Beschränkung auf fünf Personen im privaten Kreis.

SVP und CVP fordern jetzt den Staatsrat auf, sich dagegen zu wehren. Tatsächlich kann der, genauso wie die anderen Kantonsregierungen, jetzt noch Stellung nehmen. Heute ist dies auch Thema an seiner Sitzung.

Aber die Zeit drängt: die ersten schweizweiten Massnahmen sollen schon ab Samstag gelten.

Die Stellungnahme zu den neusten Bundesbestimmungen macht der Freiburger Staatsrat übrigens nicht alleine. Alle Westschweizer Kantonsregierungen arbeiten zurzeit an einem gemeinsamen Positionspapier, in dem sie mitteilen wollen, was sie von diesen Massnahmen halten.

RadioFr. - Patrick Hirschi
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