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Zigarettensponsoring in Frage gestellt

Für einige Deutschfreiburger Festivals würde ein Ja zum Tabakwerbeverbot für Jugendliche grosse finanzielle Einbussen bedeuten.

Für die Bad Bonn Kilbi ist die Tabakwerbung eine wichtige Einnahmequelle. © Keystone

An der Bad Bonn Kilbi ziert nicht nur das Logo vom Tabaksponsor das Festivalgelände. Das Unternehmen ist auch mit einem eigenen Stand vor Ort. Geht es nach den Befürworterinnen und Befürwortern der Volksinitiative "Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung", wäre das in Zukunft nicht mehr möglich. Die Initiantinnen und Initianten möchten Tabakwerbung überall verbieten, wo Kinder und Jugendliche sie sehen können.

Die meisten Organisatoren von Festivals und Open Airs im Kanton Freiburg stehen dem Anliegen ablehnend gegenüber. Patrick Boschung, Sprecher der Bad Bonn Kilbi, sagt: "Uns würde einer unserer drei Hauptsponsoren fehlen." Das wäre in der aktuellen Situation nicht einfach. Für Boschung geht die Initiative zu weit. "Wir haben nicht wirklich ein minderjähriges Publikum, deshalb sind wir der Ansicht, dass mit dem Gegenvorschlag genug gemacht wird."

Marc Zahnd vom Stars of Sound in Murten und Aarberg sagt: "Bei uns ist keine Zigarettenfirma Hauptsponsor." Trotzdem wäre es finanziell einschneidend, sollten die Beiträge der zwei Tabakfirmen wegfallen. Für Zahnd liegt die Entscheidung, zu rauchen oder nicht, in der Verantwortung jeder einzelnen Person. Die Existenz des Festivals ist aber auch ohne Tabakwerbung nicht gefährdet, so Marc Zahnd.

Zwischen Finanzierung und Verantwortung

Der grüne Freiburger Nationalrat Gerhard Andrey hat Verständnis für diese Haltung, obwohl er das Tabakwerbeverbot für Jugendliche befürwortet. Er ist Präsident des Vereins C, der Lobbyorganisation der Freiburger Kultur-Veranstalter. "Die Finanzierung eines Festivals oder von Kultur ist anspruchsvoll", sagt Andrey. Die Tabakfirmen spielten als Sponsoren für manche Anlässe eine wichtige Rolle. Allerdings habe dieser Anteil in den letzten Jahren abgenommen. "Es gibt zudem Festivals, die sich ganz bewusst dagegen entscheiden."

Ein solches Festival ist beispielsweise das Schmittner Open Air. Dieses kommt ohne Werbung und Stände von Tabakfirmen aus - allerdings nicht ohne Tabak selbst. "Wir haben keine Kooperation, sondern kaufen und vertreiben den Tabak selber", sagt Open Air-Sprecher Fabian Tschopp. Als Familienfestival stehe die Tabakwerbung nicht im Vordergrund.

RadioFr. - Patrick Hirschi / pef
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