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"Wir müssen schauen, dass wir die Leute behalten können"

Der Verband der Freiburger Waldeigentümer diskutierte an seiner GV über bessere Arbeitsbedingungen und höhere Holzpreise.

Arbeiten im Wald zehrt an den Kräften. © Keystone

Der Verband der Freiburger Waldeigentümer WaldFreiburg wählte an seiner Generalversammlung vom 19. Mai in Pringy seinen neuen Präsidenten Philippe Alibert. Alibert ist seit 2017 im Vorstand von WaldFreiburg. Der gelernte Förster und Geschäftsführer ersetzt Fritz Burkhalter, der den Verband nach 17 Jahren, davon 7 Jahre als Präsident, verlässt.

Höhere Holzpreise und Verzögerungen

An der Versammlung von WaldFreiburg waren auch die Holzpreise ein Thema, welche auf dem internationalen Markt gestiegen sind. Viele Bauprojekte werden daher teurer oder verzögern sich. Weil der internationale Markt mit Lieferungen nicht immer nachkommt und weniger Import-Holz zur Verfügung steht, ist wieder mehr Schweizer Holz gefragt. Dieses wird aber gemäss dem abtretenden Präsidenten von WaldFreiburg, Fritz Burkhalter, nicht so umfassend genutzt, wie es möglich wäre. "Unsere Wälder überaltern", sagt Burkhalter. Im Kanton Freiburg schlage man rund 230'000 Kubikmeter Holz, dazu habe man eigentlich noch rund 100'000 Kubikmeter, die nachwachsen würden und die ebenfalls genutzt werden könnten.

Um der Wald-Überalterung entgegenzuwirken, schlägt Fritz Burkhalter vor, zum Heizen wie auch zum Bauen mehr Schweizer Holz zu nutzen. WaldFreiburg mache im Bau- und Energiesektor auch Werbung dafür, auf Schweizer Holz zu setzen. Mit der Groupe E handle man in ausgezeichneter Zusammenarbeit die Energieverträge alle fünf Jahre neu aus und erwarte nun, dass die Waldeigentümer etwas höhere Preise für ihr Holz erhielten. Die Waldwirtschaft sei nach wie vor defizitär. Da brauche es höhere Preise, damit der Absatz wieder anziehen würde. Momentan übernehmen die Gemeinden die Defizite im öffentlichen Wald.

Neuer GAV für bessere Arbeitsbedingungen

Der aktuelle Gesamtarbeitsvertrag der Freiburger Waldwirtschaft war bis Ende letzten Jahres gültig. An der GV von WaldFreiburg haben die Anwesenden über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag diskutiert, der sich nun auf der Zielgeraden befindet, nachdem 2021 eine Einigung zwischen allen Parteien erzielt worden war. Der neue GAV soll gemäss dem abtretenden Präsidenten Fritz Burkhalter einheitliche und attraktive Löhne garantieren und die Abwanderung von in der Forstwirtschaft ausgebildeten Berufsleuten bremsen. Die Löhne sollen zu anderen Branchen konkurrenzfähig sein und auch im Vergleich zu den Gehältern, welche der Staat als Arbeitgeber zahlt, eine gute Alternative sein, sagt Burkhalter weiter. Die harten Umstände der Arbeit in der Forstwirtschaft würden einen Verbleib der ausgebildeten Waldarbeiterinnen und -arbeiter in ihrem Beruf nicht gerade fördern. Ihre Arbeit sei körperlich sehr anspruchsvoll und könne gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Anders als zum Beispiel in der Baubranche gibt es in der Waldwirtschaft kein Frühpensionierungs-System. Da gibt es gemäss dem Präsidenten des Verbands der Freiburger Waldeigentümer noch einiges zu tun.

RadioFr. - Tobias Brunner / rb
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