Wer übernimmt das Gemeindepräsidium von Kerzers?
Die Gemeindepräsidentin von Kerzers, Nicole Schwab (SVP), tritt zurück. Die FDP hat bei den Wahlen zugelegt und dürfte ihre Nachfolge stellen.

In der Gemeinde Kerzers löst die FDP die SVP ab und wird neu mit drei Sitzen die stärkste Kraft im Gemeinderat. Die SVP holte einen Sitz weniger und steht auf Rang Nummer zwei. Die Tradition in der Seeländer Gemeinde will es, dass die Partei mit den meisten Kandidaten das Präsidium stellt.
Eine Haltung, die auch Christoph Joner, Präsident der SVP Kerzers vertritt: «Für mich ist ganz klar möglich, dass die FDP als stärkste Partei im Gremium das Gemeindepräsidium stellt. Als Partei mit den zweimeisten Stimmen ist für die SVP klar, dass wir jemand von uns ins Amt des Vize-Präsidenten setzen möchten.»
Langjährige Erfahrung
Die Tradition in Kerzers besagt darüber hinaus auch, wer von der stärksten Partei normalerweise als erstes für das Amt infrage käme: Nämlich die Kandidatin oder der Kandidat mit den meisten Stimmen.
In der FDP heisst diese Person Martin Maeder. Der langjährige Gemeinderat wisse nach 15 Jahren im Amt zudem am besten, wie es in der Gemeinde läuft.
Auch die Wahl des Vizepräsidiums funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Von allen SVP-Kandidierenden hat Fredy Moser am meisten Stimmen erzielt.
Trotzdem möchten sowohl die Parteipräsidenten als auch die Gemeinderatsmitglieder wie Martin Maeder in der Öffentlichkeit noch keine konkrete Namen nennen oder ihr Interesse am Amt bekunden.
SVP-Präsident Christoph Joner bleibt in seiner Aussage denn auch vage: «In einem Sechs-Augen-Gespräch zwischen unseren zwei gewählten Gemeinderäten und mir haben wir darüber gesprochen, wie unsere Haltung aussieht. Was aber nach der konstituierenden Sitzung passiert, kann auch ich nicht sagen». Die Gemeinderatsmitglieder müssten dies untereinander regeln, so Joner.
Kein böses Blut erzeugen
Diese Verschwiegenheit hat ihren Grund und fällt auch bei anderen Gemeinden auf, die kurz davorstehen, ihr Präsidium neu zu besetzen.
«Ich glaube, es geht darum, den Anstand zu wahren“, sagt Jürg Bönzli, Präsident der FDP, „und dass man schaut, wer sich in welcher Funktion wohlfühlt.“ Irgendetwas herbeizuführen zu wollen und Leute unter Druck zu setzen, wäre laut ihm weder kollegial noch richtig. Stattdessen würde es zu einer schlechten Stimmung führen, was schade sei.
Ende April kommt der neue Gemeinderat zusammen und verteilt die neuen Ressorts, darunter auch das Gemeindepräsidium.




