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Westschweiz über Corona-Massnahmen erzürnt

Freiburg und fünf weitere Kantone kritisieren die neusten Massnahmen des Bundesrats. Sie stellen Forderungen.

Viel Verhandlungsspielraum sehe Olivier Curty nicht. © RadioFr.

Vor allem aus der Westschweiz gab es heftige Reaktionen. Die angekündeten Verschärfungen des Bundesrates sorgen für Unverständnis. Nun reagieren die Westschweizer Kantone und erklären, was sie vom Vorschlag halten. Olivier Curty, Freiburger Staatsrat sagt, dass die Westschweizer Kantone zusammen mit dem Kanton Bern eine Sitzung hatten und dazu ein Communiqué herausgeben.

Dass die Restaurants schon um 19.00 Uhr schliessen müssen, ist nur ein Punkt der in der Westschweiz für Kritik sorgt. Das könne vielleicht für Bars funktionieren, aber Restaurants sollen länger offen sein. Und auch für die kulturellen Einrichtungen sollte es weniger strenge Vorschriften geben. „Der Freiburger Staatsrat pocht darauf, dass diese Einrichtungen weiterhin bis zu 50 Personen empfangen können“, erklärt Curty. Mit strikten Gesundheitsprotokollen und Massnahmen sollte das funktionieren. Der Kanton habe einschneidende Einschränkungen getroffen und so die gesundheitliche Situation verbessert. „Darum wollen wir, dass es wieder ein kulturelles Leben im Kanton gibt“, so Curty.

Weitere Wünsche von Freiburg, Bern, Waadt, Neuenburg, Wallis und Jura – Genf ist nicht mit dabei: Privat sollen sich mehr als 10 Personen treffen können, vor allem auch am 19. und 20.  Dezember. Damit Leute die am 24. und 25. Dezember zum Beispiel in der Pflege oder Betreuung arbeiten, auch Weihnachten vorfeiern könnten. Dies sind alles Forderungen der Kantone, doch dem Freiburger Staatsrat Olivier Curty ist klar, dass am Schluss der Bundesrat das letzte Wort hat: „Das Bundesrecht gilt. Doch wir hoffen, dass der Bundesrat Ausnahmen macht für Kantone oder Regionen wo die epidemiologische Situation gut ist.“

Aber die Westschweizer Kantone wollen nicht mit dem Bundesrat verhandeln. Die Forderungen sind an den Bundesrat gestellt, die Kantonsregierungen stehen dazu. Olivier Curty ist entschieden: „Wir werden an den Forderungen festhalten.“ Viel Verhandlungsspielraum sehe er nicht: „Restaurants sollen weiterhin bis 23:00 Uhr offen bleiben dürfen, es soll keine Einschränkungen an Sonntagen geben und kulturelle Einrichtungen wie Theater und Kinos sollen weiterhin 50 Personen empfangen dürfen.“

Die Ansagen der fünf Westschweizer Kantonsregierungen sind gemacht. Ob der Bundesrat dazu einlenkt, wird spätestens morgen Freitag entschieden.

RadioFr. - Patrick Hirschi / RB
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