Mehr häusliche Gewalt und Cyberkriminalität
Der Arbeitsaufwand der Kantonspolizei blieb im Jahr von Corona stabil. Mehr Einsätze verzeichnete sie im Bereich von häuslicher Gewalt.

Der Polizei ging die Arbeit auch im Jahr von Corona nicht aus, die Gesamtzahl an kriminellen Aktivitäten blieb 2020 in etwa gleich hoch. Eine Zunahme zu verzeichnen gab es allerdings bei der häuslichen Gewalt.
Mehr Sexualdelikte und Cyberkriminalität
„Es gab eine effektive Zunahme bei Sexualdelikten und häuslicher Gewalt sowie eine deutliche Steigerung in Puncto Cyberkriminalität“, sagt Marc Andrey, Chef Kriminalpolizei Freiburg. Die häusliche Gewalt hat im Corona-Jahr um fünf Prozent zugenommen. Im Kanton Freiburg musste die Polizei deswegen insgesamt 570 Mal ausrücken. Der Anstieg sei jedoch nicht unbedingt der Pandemiesituation alleine zuzuschreiben: „Wir haben uns auch schon überlegt, ob das alles mit dem Corona-Jahr zu tun haben könnte. Es ist jedoch zu früh, um eine Bilanz daraus zu ziehen.“ Es sei aber gut, dass Opfer von häuslicher Gewalt viel weniger Hemmungen zeigten, die Polizei zu kontaktieren und sie um Hilfe zu bitten.
Prävention ist nötig
Seit 2017 seien die Zahlen zwar rückläufig, 2020 aber wiederum gestiegen. Nur zu denken, dies alles sei nur wegen Corona, greife jedoch zu kurz. Zum Thema häuslicher Gewalt brauche es weiterhin Aufklärung, unterstreicht Andrey: „Ich bin der Meinung, dass noch sehr viel Prävention vonnöten ist bezüglich der Problematik häuslicher Gewalt.“ Durch die zunehmende Prävention und Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern könne davon ausgegangen werden, dass die Zahlen in Zukunft noch weiter steigen würden.
Ein anderer Anstieg von Kriminaldelikten habe aber definitiv mit Covid-19 zu tun: Es gebe mehr Cyberkriminalität. Dazu Andrey: „Es ist vor allem die digitale Kriminalität, die im Begriff ist, anzusteigen. Und dies wird nicht so schnell aufhören, wenn man sieht, wie viele Geschäfte nun über das Internet getätigt werden. Die Täter werden deshalb versuchen, vom Online-Handel zu profitieren und Leute zu betrügen.“ Die Anzahl Delikte sei vergangenes Jahr explosionsartig gestiegen und die Schäden daraus nahmen um 27 Prozent zu. Einbrüche hätten dagegen abgenommen. Gemäss der Kriminalpolizei werde weniger eingebrochen, weil wegen der Pandemie viele Leute zu Hause sind.




