So wird das in den Playoffs nix
In der eigenen Stärke liegt bei den Freiburgern paradoxerweise auch die grösste Schwäche.

Am Samstag gewann Gottéron zu Hause gegen Ambri mit 3:1, am Dienstag reichte es gegen das Spitzenteam aus Biel nicht mehr zum Sieg (0:1). Diese zwei Spiele sind sinnbildlich für Trainer Dubés Stärken und Schwächen.
Die These: Das Spiel gegen Biel hat gezeigt, dass Gottéron auch dieses Jahr in den Playoffs versagen wird.
Sicherlich ist es etwas früh, um sich schon vor der November-Natipause den Playoffs zu widmen. Da Gottéron aber punktemässig und auch sportlich so gut unterwegs ist, kann man mit einer Playoff- oder mindestens einer Preplayoffqualifikation rechnen. Warum? Am Samstag spielen die Männer von Christian Dubé vor vollem Hause, einer grandiosen Stimmung und mit einer meisterwürdigen Abgeklärtheit gegen das in dieser Saison bisher aufmüpfige Ambrì. Es sind Spiele, in welchen die Freiburger sich auf ihre eigenen Stärken besinnen können und ihr System spielen, welches seit den letzten 13 Spielen zum Erfolg führt.
Gutes System ...
Christian Dubé ist es über die letzten zwei Jahren als Trainer gelungen, eine langfristige Team-Philosophie aufzubauen. Dem gebührt grosses Lob. Philippe Furrer sagt nach dem Spiel gegen die Tessiner, dass dieser Sieg dank der Erfahrung des Teams zustande gekommen ist: "Wir haben aus den vielen Tiefs in den letzten drei Saisons gelernt und sind nun bereit." Das stimmt. Gottéron spielt meisterlich. Das eigene System sitzt wie angegossen, sowohl gegen Ambrì als auch gegen den ZSC (Ende September: 1:0-Sieg). Gäbe es keine Playoffs, könnte Gottéron Meister werden.
... schlechte Reaktionsfähigkeit
Und in der eigenen Stärke liegt bei den Freiburgern paradoxerweise auch die grösste Schwäche: Christian Dubé hat zu wenig taktische Variation, um das starre System (während oder zwischen den Spielen) dem Gegner anzupassen. Sandro Schmid sagt nach dem Spiel gegen Biel: "Wir wissen, dass wir mit unseren Stärken alle schlagen können. Je nach Gegner werden nur kleine Anpassungen gemacht." Der erste Teil stimmt, der zweite Teil der Aussage ist ein fataler Fehler vom Trainerstaff.
Wer den Match gegen Biel gesehen hat, der weiss, dass Antti Törmänen sein Team explizit dem Gegner angepasst hatte. Mit den verletzten Bielern Yakovenko und Sallinen wies Gottéron auf dem Papier das klar stärkere und komplettere Team auf. Es wurde während 60 Minuten gekämpft, die Einstellung war hervorragend. Aber es kam in keiner Phase des Spiels zu einer taktischen Anpassung, Gottéron ist paralysiert die Niederlage verdient.
Das erinnert ganz stark an den Playoff-Auftritt im Frühjahr gegen Genf. Es hat sich nichts geändert: Gottéron ist taktisch nicht fähig, die nötigen Antworten über eine Playoffserie bereitzuhalten. Gegen Törmännen, McSorley, Grönborg oder Tagnes ist man so ohne den Hauch einer Chance. Christian Dubé tut gut daran, sich für taktische Variationen zu öffnen und sich vermehrt auf den Gegner zu fokussieren. Ob er das alleine oder begleitet macht, spielt keine Rolle. Jedoch ist es das letzte Puzzleteil zum Meistertitel.




