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Lastwagenfahrer dürfen wieder ins Restaurant

Seit vorgestern dürfen sich Camionneure in bestimmten Restaurants wieder verpflegen und sanitäre Einrichtungen nutzen. Beim Angebot machen noch nicht viele Freiburger Restaurants mit.

Camion-Chauffeure dürfen seit Mittwoch in speziellen Restaurants wieder einkehren. (Symbolbild) © KEYSTONE

Sie haben einen Job, in dem sie lange hinter dem Steuer sitzen, manchmal bei Feierabend nicht nach Hause können und im Fahrzeug übernachten müssen. Die Lastwagenfahrer. Sie legen jeden Tag hunderte Kilometer zurück und dürfen nur bei Restaurants halten, die einen genug grossen Parkplatz haben. Seit vorgestern dürfen die speziellen Camion-Restaurants den Camion-Chauffeuren wieder einen Platz in ihren Gaststuben und auch Duschen anbieten. Und das von 5.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

Im Kanton Freiburg haben im Moment haben zwei von elf Lastwagen-Restaurants offen für Camionneure - eines in Bulle und eins in Grandsivaz. Einige Restaurants haben angekündigt, bald nachzuziehen, obwohl im Kanton Freiburg nur wenige Camion-Chauffeure für die Beizen anhalten. Für die Transportunternehmen ist es dennoch eine gute Nachricht, dass es das Angebot wieder gibt. So sagt Alexander Kolly von Andrey Transporte in Tafers: «Für die Camion-Chauffeure ist es effektiv ein Problem, wenn sie gezwungen sind, auf der Strasse im Lastwagen zu essen und nirgends einkehren können.» Es sei wichtig, dass die Chauffeure, welche den ganzen Tag unterwegs sind und im nationalen Verkehr teilweise sogar auswärts übernachten, auch warme Mahlzeiten einnehmen können.

Nur wenige Restaurants machen mit

Das einzige Deutschfreiburger Camion-Restaurant – das Restaurant Sternen in Tentlingen – wird momentan nicht mitmachen. Trudi Lauper, die Betreiberin des Restaurants, erklärt, dass es sich für sie nicht rentiere, am Abend die ganze Kantine zu eröffnen für ein paar wenige Camion-Chauffeure. Neben den Finanzen kommt noch ein anderer Grund hinzu: Sie hat viele Handwerker und Bauarbeiter, welche unter normalen Umständen bei ihr einkehren würden. Trudi Lauper findet es gegenüber den anderen «Büezern» nicht fair, dass nur die Routiers das Privileg der bedienten Restauration im Saal nutzen können. Ausserdem habe sie sowieso keine Dusche, das WC dürfe aber selbstverständlich benutzt werden. Und das Take-Away Angebot vom Sternen laufe auch nur bis 20.00 Uhr. Doch Trudi Lauper schliesst nicht aus, dass sie ihre Meinung vielleicht noch ändern wird.

Anders sieht es beim Restaurant Lamm in Rüeschegg im Kanton Bern aus. Für die Betreiberin Cornelia Wyss bedeute es neben dem Take-Away kein allzu grosser Mehraufwand, für die Chauffeure zu öffnen. «Die Chauffeure können im Moment nirgends etwas Warmes zu sich nehmen, das tut mir leid.» Da sie sowieso im Restaurant für das Take-Away anwesend sei, könne sie das Angebot auch für die Lastwagenfahrer anbieten. Auch die sanitären Anlagen seinen vorhanden und es sei ihr ein «grosses Anliegen», dass sich wenigstens die Chauffeure wieder normal verpflegen können.

Für die Chauffeure die in der Schweiz und im Ausland fahren, ist der Restaurant Lockdown problematisch. Alexander Kolly erzählt, dass die Chauffeure auch mal versucht haben, bei den zu beliefernden Firmen in der Kantine zu essen, oder auch Tankstellenshops seien eine Alternative für Essen und die sanitären Anlagen gewesen. «Es war wirklich nicht einfach.» Und auch jetzt ist es nicht einfach, weil nicht alle Restaurants das Angebot zur Verfügung stellen. Doch die Lastwagenfahrer, die in einem Restaurant einkehren, schätzen das Angebot.

Die Chauffeure von Andrey-Transporte sein übrigens nur am Rand betroffen von dem Problem. Denn die meisten Chauffeure sind regional unterwegs und können nach dem Feierabend wieder nach Hause zum Essen.

RadioFr. - Nadine Schmid / rb
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