Weniger Unterstützung für pflegende Angehörige?

In der Schweiz schenkt schätzungsweise jede vierte Person ihre Zeit einem nahestehenden Menschen. Der Montag, 30. Oktober, ist diesen Menschen gewidmet.

Laut einer Statistik von ESS (European Social Survey) sind fast 20% der Schweizer Bevölkerung (ab 15 Jahren) pflegende Angehörige. © Pixabay

Sie sind da, um das Mittagessen zuzubereiten oder sich um die Dusche eines Elternteils zu kümmern, der an Alzheimer leidet, einen Schlaganfall erlitten hat oder gegen Krebs kämpft. Es kann sich auch um eine Mutter oder einen Vater handeln, die oder der sich um ein Kind mit einer Behinderung kümmert, das im Alltag nicht selbstständig sein kann.

Im Kanton Freiburg haben diese pflegenden Angehörigen Anspruch auf eine Pauschalentschädigung, die sich auf 25 Franken pro Tag bzw. maximal 750 Franken pro Monat beläuft. Eine willkommene Hilfe, da viele von ihnen ihre Arbeitszeit reduzieren müssen, um sich ihren Angehörigen widmen zu können.

Es gibt auch andere Hilfen, wie Giovanna Garghentini Pyhton, Direktorin von Pro Infirmis Freiburg, erläutert. "Mehrere Vereine haben sich im Kanton Freiburg niedergelassen, wie AsFam oder Solicare, um den pflegenden Angehörigen zu helfen, eine Anstellung zu finden. Das Krankenversicherungsgesetz KVG anerkennt nämlich gewisse alltägliche Gesten und entschädigt sie. Wenn diese Vereine diese Personen anstellen, erhalten sie für diese Arbeitsstunden eine Vergütung".

Keine doppelte Hilfe

Derzeit fordern der Kanton Freiburg und insbesondere die Konferenz der Oberämter, dass es nicht mehr möglich sein soll, Anspruch auf die Pauschalentschädigung von 25 Franken pro Tag zu haben, wenn der pflegende Angehörige durch das KVG unterstützt wird. Zusammenfassend soll es nicht mehr möglich sein, zwei finanzielle Unterstützungen zu kumulieren.

Eine Forderung, mit der Pro Infirmis nicht einverstanden ist. Im Übrigen wurde im Freiburger Grossen Rat eine Motion eingereicht, damit die pflegenden Angehörigen weiterhin diese beiden Unterstützungen kumulieren können. Bisher wurde sie noch nicht behandelt.

Am Montag, dem interkantonalen Tag der pflegenden Angehörigen, werden von 14 bis 17 Uhr im Theater Equilibre in Freiburg Animationen und Diskussionen organisiert. Es gibt auch eine Hotline für pflegende Angehörige, die Rat und Hilfe anbietet: 058 806 26 26.

RadioFr. - Lauriane Schott / pn
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