Schadstoffe in Gewässern sind auch in Freiburg ein Problem
Der Kanton hat eine Erhebung von Schadstoffen in Freiburger Gewässern lanciert.

Chemische Stoffe, die zum Beispiel in Gewässer gelangen, können für die Gesundheit von Tier und Mensch ein Problem sein. Auf Anfrage von RadioFr. erklärte der Kanton, dass er im letzten Jahr eine Kampagne gestartet hat, die sogenannte PFAS Moleküle in Gewässern untersuchen soll. PFAS kommen beispielsweise in Löschmitteln bei der Brandbekämpfung vor und könnten deshalb leicht in Gewässer gelangen.
Ähnliches Problem schon länger bekannt
Das Problem von chemischen Stoffen, die in die Natur gelangen, ist im Kanton Freiburg aber nicht neu. Im Zusammenhang mit der Deponie La Pila gibt es heute noch eine Empfehlung, Fische, die beispielsweise aus der Saane oder dem Schiffenensee stammen, nicht in grossen Mengen zu konsumieren. Verantwortlich hierfür ist PCB, ein anderer chemischer Stoff, der schädlich für den Mensch sein kann.
„PCB und PFAS weisen Gemeinsamkeiten auf“, sagt Kantonschemiker Xavier Guillaume. „Beide sind beispielsweise langlebig, das heisst: sind sie einmal in der Natur, so dauert es sehr lange, bis sie abgebaut sind.“ Ebenfalls kann PCB in den menschlichen Körper gelangen, etwa durch den Verzehr von kontaminiertem Fisch.
Guillaume mahnt allerdings zur Besonnenheit. „Nur wer regelmässig kontaminierten Fisch konsumiert, ist gefährdet. Der einmalige, oder nur sporadische Verzehr von kontaminiertem Fisch sollte bei erwachsenen Menschen keine gesundheitlichen Beschwerden auslösen." Konkret empfiehlt der Kanton einer erwachsenen Person von 80kg Körpergewicht, nicht mehr als 450g Forellenfilet aus potenziell kontaminiertem Gebiet pro Woche zu konsumieren. Beim Barsch, Hecht oder dem Zander verträgt es bei gleichem Gewicht gar 750g pro Woche.
Nicht alle gleich stark durch PCB gefährdet
Ebenfalls sind nicht alle Menschen gleich stark gefährdet. Stärker gefährdet sind laut Guillaume Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sowie Schwangere. Der Kanton Freiburg rechnet in den nächsten Monaten mit den Ergebnissen aus den lancierten Tests.
Betroffene Gebiete sind etwa die Saane unterhalb des Schiffenensees bis zum Staudam Rossens, der Schiffenensee selbst, der Pérollessee, die Glane zwischen der Staumauer von Matelec und der Ruisseau du Copy Brücke, sowie die Gérine von ihrer Mündung in die Saane bis zum Zusammenfluss mit dem Ruisseau du Copy.




