Verwirrung um Öffnung der Bibliotheken

Der Kanton Freiburg fährt bei den Bibliotheken einen Sonderzug. Für die Betroffenen ist das unverständlich.

Bei den Bibliotheken blickt niemand mehr durch. Nicht, weil ein Chaos in den Regalen herrschen würde, sondern weil sie mal geöffnet und mal geschlossen und dann doch wieder geöffnet sind. Der Bund hat die Bibliotheken seit Mai nie mehr geschlossen. Der Kanton Freiburg aber schon. Warum das so ist, haben die Verantwortlichen der Bibliotheken bis heute nicht verstanden.

Gestern hat der Kanton die Bibliotheken erlöst: Ab Samstag dürfen sie wieder öffnen. Entsprechend viele Anfragen hat die Koordinatorin der öffentlichen Bibliotheken, Therese Salzmann, heute erhalten.

Das Hin und Her rund um die Bibliotheken hat schon im Frühling begonnen: Der Bund wollte sie offen halten, der Kanton Freiburg hat sie geschlossen, zumindest bis im Mai. Seither sind die Bibliotheken schweizweit offen – ausser im Freiburgerland. Dort sind sie seit Dezember zu. Obwohl der Kanton Freiburg damals die Massnahmen des Bundes übernehmen wollte, hat er die Bibliotheken wieder geschlossen. „Das hat dann niemand mehr verstanden“, meint Therese Salzmann. Nur noch die Lesesäle durften von den Studierenden der entsprechenden Hochschulen besucht werden.

Gestern hat der Kanton dann aber wieder eine Kehrtwende eingelegt: Da man die Massnahmen an den Bund anpassen will, werden ab Samstag auch die Bibliotheken wieder offen sein – Bücher dürfen ausgeliehen werden. Leider aber nur das, findet Therese Salzmann, denn „die Bibliothek muss eigentlich ein Ort sein, an dem man sich aufhalten und austauschen kann.“ Das fällt nun weg. Ausser an den Hochschulen, dort sind die Lesesäle für die Studierenden weiterhin offen.

Auch wenn die Freiburger Bibliotheken nun wieder öffnen dürften, ist es noch nicht klar, ob am Samstag auch tatsächlich alle öffnen werden. Denn schon am nächsten Mittwoch könnte alles wieder ändern, da der Bund schweizweit neue Massnahmen beschliessen könnte. Therese Salzmann weiss, dass sich die Bibliotheken überlegen, ob sich eine Öffnung überhaupt lohnt.

Für Therese Salzmann und für die Bibliotheken müssen diese Ungewissheit und die unklare Kommunikation ein Ende haben. Man wünscht sich Planungssicherheit und „dass die Ausleihe offen bleiben kann.“ Dafür würde Salzmann in den Bibliotheken sogar noch strengere Massnahmen akzeptieren.

RadioFr. - Yves Kilchör