Vier Rappen pro Jahr für ein «Poulet»
Alle Nutztiere des Kantons Freiburg müssen versichert sein.

Für ein Huhn bezahlt der Nutztierhaltende vier Rappen im Jahr, für ein Kalb sechs Franken, eine Kuh kostet deren zehn. Obwohl diese Beträge nicht enorm erscheinen, belasten sie - je nach Höhe des Tierbestandes - das Portemonnaie aber doch. Der Nutzen der obligatorischen Versicherung sei aber unbestreitbar, erklärt Michel Roulin, Dipl. Ing. agr. ETHZ und Dienstchef der Nutztierversicherungsanstalt Sanima. Tierseuchen beispielsweise können innerhalb kurzer Zeit Bestände drastisch reduzieren.
Die Bovine Virus Diarrhoe BVD
Eine der Tierseuchen ist die Bovine Virus Diarrhoe (BVD), die für das Rindvieh gefährlich ist. Laut dem aktuellen Tätigkeitsbericht der Sanima verursacht die Bekämpfung der BVD immer noch grossen Aufwand. Neue Massnahmen wurden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen LSVW und Grangeneuve beschlossen. Die Zahlen der betroffenen Betriebe und der entschädigten Tiere sind zurückgegangen, doch eine Lockerung der Auflagen ist noch nicht möglich.

Wie viele Lamas zählt der Kanton Freiburg?
Im Tätigkeitsbericht der Sanima sind auch die genauen Zahlen der verschiedenen Tiergattungen aufgelistet.
131'798 Rindviecher wurden 2022 im Kanton Freiburg gehalten. Der Bestand der Schweine nahm um knapp 2500 Tiere ab und schrumpfte auf 70'831 Tiere. Lamas/Alpakas gibt es deren 254 im Kanton, das sind drei weniger als im Jahr zuvor. Das Geflügel erfreute sich grosser Beliebtheit und wächst auf 2'329'302 Tiere an. Dies entspricht einer Zunahme von 2,9 Prozent.
Wo landen die Kadaver von kranken oder verunfallten Tiere?
Die Kadaver von kranken oder verunfallten Tieren werden in den Tierkadaversammelstellen der Sanima abgegeben. Im Jahr 2022 wurden über 2812 Tonnen an tierischen Abfällen eingeliefert, das sind 41 Tonnen weniger als im Jahr zuvor. Für Nutztierhaltende ist die Abgabe kostenpflichtig. Für tote Haustiere muss nichts bezahlt werden. Die Abfälle werden wöchentlich zum Extraktionswerk GZM in Lyss transportiert, wo sie zu einem Zwischenprodukt verarbeitet werden, das anschliessend verbrannt und in der Fernheizung verwertet wird, wie es im Tätigkeitsbericht der Sanima heisst.






