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Wie der IT-Unterricht der Zukunft aussieht

Der Freiburger Staatsrat sieht Lücken in der Informatikausbildung der Freiburger Jugend. Ein Konzept soll Abhilfe schaffen.

Der Kanton Freiburg will seine Schulkinder in der Anwendung von Computer und sozialen Medien fördern. © Pixabay

Wenn man den Freiburger Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen fragt, dann gibt es im Kanton offenbar tatsächlich Schülerinnen und Schüler mit Bildungslücken in der Informatik. An der Grossratssitzung vom Mittwoch erinnerte er sich an einen Vorfall vom letzten Jahr. Siggen war zu Besuch bei einer OS-Lehrerin, die damals von zu Hause aus Fernunterricht gab. „Da hat sich plötzlich ein Kind gemeldet, im OS-Alter wohlgemerkt, und wollte wissen, was den bitteschön Adobe Acrobat sei“, sagte Siggen. Während die PDF-Anwendung für viele mittlerweile etwas Alltägliches sei, gebe es offenbar junge Leute, die noch nie davon gehört haben, „obwohl sie sich ansonsten mit Computern sehr gut auskennen“, so der Staatsrat.

Informatik-Konzept in Arbeit

Jean-Pierre Siggen hat im Kantonsparlament einen Bericht zum Stand des Informatikunterrichts präsentiert. Kurz zusammengefasst: Informatik spielt in den Freiburger Schulen bereits eine wichtige Rolle, sollte aber noch ausgebaut werden.

Deshalb arbeitet die Regierung an einem Konzept für digitale Bildung, das voraussichtlich nächstes Jahr vorgestellt werden soll. Solche Zukunftsvisionen freuen beispielsweise den Sensler CSP-Grossrat Urs Perler. Allfälligen Informatikskeptikern sagt er: „Es geht nicht darum, den Schulunterricht völlig umzukrempeln.“ Vielmehr stehe eine Erweiterung der didaktischen Möglichkeiten im Vordergrund. „Ausserdem ist es natürlich nicht verboten, auch in Zukunft Bücher zur Hand zu nehmen“, fügte er an.

Lehrpersonen nicht überfordern

Auch Flavio Bortoluzzi von der SVP See ist der Ansicht, dass Informatik in der Schule von morgen ein zentraler Platz gebührt. Aber ein neues Konzept schon nächstes Jahr? - Das sieht der Grossrat kritisch: „Hier soll der Staatsrat dafür besorgt sein,  die Lehrerinnen und Lehrer zu schützen,  und nicht einmal mehr mit neuen Reformen zu überhäufen, bevor überhaupt die letzte Reform einigermassen gegriffen hat.“

Bortoluzzi spricht den Deutsch- und den Westschweizer Lehrplan an. Beide sind erst vor kurzem eingeführt worden. Darin spielen neue Fächer wie „Medien und Informatik“ eine zentrale Rolle. Ob die Gefahr einer Überforderung besteht, zeigt sich dann im kommenden Jahr, wenn die Details des Informatik-Konzepts bekannt sind.

RadioFr. - Patrick Hirschi / rb
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