"Das Gipfeli wird nicht plötzlich 2.20 kosten"
Benzin, Kaffee, Getreide - wegen der Inflation ist vieles teurer geworden. Wie reagieren Freiburger Bäckereien auf diese Herausforderung?

Erst die Corona-Pandemie, jetzt die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Für das Gewerbe ist beides mit Unsicherheiten verbunden. Dennoch hat der Bäckerverband Sensebezirk im vergangenen Jahr keine grossen Probleme gehabt, sagt dessen Präsident Hugo Widmer. Die Pandemie habe das Einkaufsverhalten der Leute extrem verändert, was aber auch positive Auswirkungen habe. "Die Regionalität kommt mehr in den Vordergrund und da profitieren wir als kleine Bäckerei dreimal mehr“, sagt Widmer. Die Kundinnen und Kunden wollten wissen, woher die Rohstoffe in ihren Produkten kämen.
Freiburger Bäckereien nur bedingt von steigenden Getreide-Preisen betroffen
Genau die Rohstoffe, welche eine Bäckerei benötigt, sind als Folge des Kriegs in der Ukraine aber teurer geworden. Das wird laut Widmer weiterhin einen Einfluss auf die Preise der Endprodukte haben und ist vor allem auf dem Weltmarkt ein Problem. Die Schweiz sei aber generell weniger stark von steigenden Getreide-Preisen betroffen. "Die Schweizer Bauern decken unsere Getreide-Nachfrage vollständig ab", sagt Widmer. Ausser, wenn es wie im letzten Jahr Ernteausfälle gebe. 20 Prozent des Bedarfs konnten 2021 nicht mit Schweizer Getreide gedeckt werden und mussten daher importiert werden.
Viel eigenes Getreide heisst weniger Abhängigkeit und weniger hohe Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten. Einen bedingten Einfluss auf die Preise von Bäckerei-Produkten haben aber auch die steigenden Energiepreise, sagt Widmer. Denn neben Holz wird in vielen Backstuben auch mit Strom oder Öl gefeuert. Wie stark die Bäckereien diese zusätzlichen Kosten auf ihre Kundinnen und Kunden abwälzen, sei ihre Entscheidung, so Hugo Widmer.
Problem fehlender Nachwuchs
Unabhängig von den steigenden Preisen ist auch der fehlende Nachwuchs an Bäckerinnen und Bäckern ein Problem, sagt Widmer. Während es in den französischsprachigen Regionen genügend viele Lernende gebe, würden in den deutschsprachigen Regionen zu wenige junge Leute ausgebildet. "Im laufenden Jahr sind es nur drei bis vier Lernende, sonst hatten wir jeweils Klassen mit bis zu 15 Lernenden." Die Bäcker müssten die Jungen motivieren und ihnen aufzeigen, dass sie in der Backstube kreativ sein können, sagt der Präsident des Bäckerverbands des Sensebezirks.




