Die Spieler von Freiburg-Gottéron unter der Lupe Teil 2/5
Die RadioFr.-Sportredaktion bewertet 25 Spieler der ersten Mannschaft und gibt eine Einzelkritik ab.

Von Montag bis Freitag wird die Mannschaft von Freiburg-Gottéron unter die Lupe genommen. Pro Tag werden fünf Spieler analysiert. Dieses Mal von der Nummer 20 bis zur Nummer 16: Stürmer Nathan Marchon, Stürmer Matthias Rossi, Verteidiger Jérémie Kamerzin, Verteidiger Benoît Jecker und Torhüter Connor Hughes.
20) Stürmer Nathan Marchon 45GP 6G 6A
Bei Nathan Marchon stellen sich Experten und Fans vor jeder Saison wieder die Frage, wann der begnadete Techniker endlich den Durchbruch schaffen wird und zu einem Leistungsträger reift. Auch in der vergangenen Saison schaffte er es nicht. Der 24-jährige Freiburger hat wegen einer Verletzung 40 von insgesamt 51 Spiele in der Regular Season bestritten und hat dabei bescheidene sechs Tore geschossen und sechs Assists verbucht. Der smarte Angreifer hat die beste Plus-Minus-Bilanz (+7) aller Gottéron-Stürmer. Er war Schweizer U20-Nationalspieler und wird in Freiburg wohl nie den grossen Durchbruch schaffen und in der ersten Linie mit Routiniers wie Herren oder DiDomenico spielen. Nathan Marchon kommt in der Stürmerhierarchie nicht an Sandro Schmid vorbei. Der sympathische Romand hat bei Gottéron noch einen Vertrag bis Ende Saison 22/23.
19) Verteidiger Jérémie Kamerzin 54GP 1G 3A
Jérémie Kamerzin kam in der Saison 2014/2015 als zweifacher Schweizermeister von Bern zu Gottéron und war damals in der Verteidigerhierarchie diskussionslos in den Top 4 bei Gottéron. Aber die Jahre vergingen und der Walliser kämpfte mit seinen 33 Jahren in der vergangenen Saison gegen Marc Abplanalp um einen Platz in den Top 6 der Freiburger Verteidigung. Der Verteidiger mit der Rückennummer 29 hat eine diskrete Meisterschaft hinter sich mit 1 Tor und 3 Assists aus 54 Partien. Kamerzin konnte in der entscheidenden Phase der Meisterschaft – in den Playoffs gegen Genf – seine "Meistererfahrungen" aus seinen SCB-Zeiten nicht an Freiburg weitergeben. Seine physische Präsenz auf dem Eis liess zu wünschen übrig. Er wird noch eine Saison bei Gottéron spielen, danach ist seine Zeit bei den Drachen mit grosser Wahrscheinlichkeit vorbei.
18) Stürmer Matthias Rossi 33GP 7G 7A
Der Sturmtank mit einem Kampfgewicht von über 100 Kilogramm konnte wegen einer Beinverletzung und einer Thrombose im Bein nur 33 Partien bestreiten und sammelte dabei 14 Skorerpunkte. Rossi konnte nur Ende des letzten Jahres richtig überzeugen und blühte in der Linie zusammen mit seinen Kollegen Mauro Jörg und Samuel Walser auf. Dazu verdiente er sich einen Platz im zweiten Powerplay von Gottéron. Eine Beinverletzung hat ihn just in seinem besten Moment der Saison ausgebremst. Der 30-Jährige wird noch für weitere zwei Jahre für Gottéron auf Torejagd gehen, ob der kräftige Stürmer nochmals an Tempo zulegen kann, ist fraglich. Defensiv ist Matthias Rossi solide und weist in der Plus-Minus-Statistik eine Minus 3 auf.
17) Torhüter Connor Hughes 7GP 91.08%SVS 2.67GAA
Connor Hughes kam von Langenthal als Back-Up Torhüter für Reto Berra nach Freiburg. Er ersetzte damit den zu den ZSC Lions abgewanderten Ludovic Waeber. Und Hughes leistete in seiner ersten Saison im Gottéron-Dress solide Arbeit. Christian Dubé setzte allerdings nur in sechs Spielen auf Hughes als Stammtorhüter. In einem Spiel kam er für Reto Berra in die Partie. Der Schweiz-Kanadische Doppelbürger musste sich lange Zeit gedulden bis zu seinem ersten Einsatz. Erst Mitte November bei der 1:4 Niederlage in Rapperswil hütete er erstmals das Tor. Nach dieser Niederlage fing sich Hughes aber und verzeichnete beim 5:0 Sieg in Langnau gar einen Shutout. Hughes gelang es aber nicht, Berra als Stammtorhüter ernsthaft unter Druck zu setzen. Ob sein Weg in Richtung Stammtorhüter geht oder er eine Karriere als Nummer zwei vor sich hat, werden die nächsten Jahren zeigen, denn Reto Berra ist bereits 34 Jahre alt und wird in Zukunft vielleicht die eine oder andere Pause mehr benötigen. Hughes hat noch einen Vertrag für die nächste Saison.
16) Verteidiger Benoît Jecker 56GP 2G 9A
Mit Benoît Jecker steht ein Gottéron-Junior auf Platz 16. Der 26-Jährige wusste auf dem Punktekonto zu überzeugen. Elf Skorerpunkte sind für einen Verteidiger, der nicht als klassischer "Blue-Liner" bekannt ist, ein akzeptabler Wert. Trotzdem war Jecker auch Teil einer nicht immer sattelfesten Defensive. Dass er ihr nur bedingt Stabilität verleihen konnte, zeigt zum Beispiel seine Plus-Minus-Bilanz (-13). Bei seiner Arbeit im Slot und bei den Abprallern vom Torhüter ist noch Luft nach oben und der 1.87 Meter grosse und 87 Kilogramm schwere Verteidiger kann seine Körpermasse noch besser einsetzen. Jecker scheut sich nicht nach einer Niederlage klartext zu reden und nimmt sich auch gerne mal selbst ins Gebet. Neben dem Eis hat er seine Leaderqualitäten also schon mal unter Beweis gestellt. Für die Top 15 hat's trotzdem knapp nicht gereicht. Er besitzt noch einen Vertrag für die nächste Saison.




