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Die Spieler von Freiburg-Gottéron unter der Lupe Teil 5/5

Die RadioFr.-Sportredaktion bewertet die 25 Spieler der ersten Mannschaft und gibt eine Einzelkritik ab.

Killian Mottet ist unsere Nummer 1 der Saison 20/21. © Keystone

Von Montag bis Freitag wird die Mannschaft von Freiburg-Gottéron unter die Lupe genommen. Pro Tag werden fünf Spieler analysiert. Im letzten Teil bewerten wir unsere Top 5: Stürmer Chris DiDomenico, Stürmer Samuel Walser, Stürmer David Desharnais, Verteidiger Ryan Gunderson und Stürmer Killian Mottet.

5) Stürmer Chris DiDomenico 53GP 15G 33A

Der 32-jährige Kanadier hat in seiner ersten Saison bei Freiburg-Gottéron bis zu den Playoffs hin überzeugt. Der Stürmer, dem den Ruf "Schillerfalter" und "Rock’n’Roller" voraus eilt, kam von den SCL Tigers nach Freiburg und es gelang Christian Dubé auf Anhieb, seinen Landsmann zu zähmen. DiDomenico zeigte eine starke Saison, war im Powerplay unverzichtbar und hat mit 15 Toren und 33 Assists überzeugt. Der Kanadische Stürmer beeindruckte mit seiner feinen Stocktechnik, seiner Laufbereitschaft und letztlich auch mit seiner Disziplin (48 Strafminuten in der Regular Season). Das "Enfant terrible" bei den SCL Tigers entfaltete sich in Freiburg als bedingungsloser Teamplayer, Leader und Leistungsträger. Chris DiDomenico hat seinen 5. Platz in unserer Spielerkritik absolut verdient. Über weite Strecken der vergangenen Saison hat der Kandier konstant sein Potential abgerufen. Leider ist "DiDo" wie die anderen drei Ausländern von Gottéron im wichtigsten Moment der Saison abgetaucht. In den Playoffs gelangen dem Stürmer magere zwei Assists, er kassierte hingegen 20 Strafminuten in vier Partien gegen Genf, darunter eine 10 Minutenstrafe nach einem Frustfoul an Linus Omark. Chris DiDomenico bleibt Gottéron noch mindestens eine Saison erhalten.

4) Stürmer Samuel Walser 54GP 8G 16A

Der Schweizer Nationalstürmer ist „Aufsteiger des Jahres“ bei Freiburg-Gottéron. In seiner dritten Saison hat der ruhige Mittelstürmer seine Qualitäten vollends abgerufen. Der 28-jährige Center überzeugte als Offensiv- und als Defensivstürmer und bekam von seinem Chef Christian Dubé im Durchschnitt fast 15 Minuten Eiszeit pro Spiel. Walser bewies weiter seine Qualitäten als Unterzahl-Spieler. Total stand er rund 105 Minuten auf dem Eis, wenn Gottéron in Unterzahl spielen musste. Nur Verteidiger Dave Sutter hat mehr Zeit im Penaltykilling verbracht als Samuel Walser. Er hat seine Qualitäten auch als Bullyspezialist bewiesen mit einer soliden Erfolgsquote von rund 49 Prozent. Samuel Walser kann in dieser Saison als polyvalenten und kompletten Spieler gelobt werden. Seine Spielweise ist unspektakulär und diskret, aber von einer enormen Wichtigkeit, wenn es darum geht, die gegnerische Paradeformation zu neutralisieren. Samuel Walser hat enorm viel Selbstvertrauen getankt und auch Tore im Stile von einem Weltklasse-Stürmer geschossen. Er wird auch von Nationaltrainer Patrick Fischer belohnt und für die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die WM aufgeboten. Zum Glück für Gottéron hat Walser noch einen Vertrag bis Ende der Saison 2021/2022.

3) Stürmer David Desharnais 50GP 14G 28A

Der 170 Zentimeter kleine Kanadier mit jahrelanger NHL Erfahrung hat in seiner zweiten Saison bei Freiburg-Gottéron wieder eine sehr gute und konstante Leistung abgerufen. Er erfüllt sein Ausländerkontigent mit Bravour und überzeugt sowohl im Powerplay als auch am Bullypunkt. Der 34-Jährige ist wendig und hat auch in dieser Saison oftmals in spielentscheidenden Momenten die Übersicht bewahrt und gute Pässe gespielt, die oftmals verwertet wurden (28 Assists). Er ist Dreh- und Angelpunkt der Freiburger Offensive, ohne diesen kreativen Stock wäre Freiburg niemals auf Rang 3 der Qualifikation vorgestossen. Egal in welcher Linie der Frankokanadier spielt, er macht jeden Flügel an seiner Seite besser. Wie jedoch fast die ganze Mannschaft hat es auch David Desharnais in den Playoffs nicht geschafft den Schalter umzulegen und die nötige Härte und Effizienz ins Spiel zu bringen. Desharnais spielt auch nächste Saison in Freiburg.

2) Verteidiger Ryan Gunderson 56GP 9G 37A

Ryan Gunderson hat eine überragende Saison hinter sich. Er ist das Fundament des Erfolgs von Gottéron in der Qualifikation. Er hält die Defensive zusammen, wobei er vor allem in der Offensive seine grosse Stärke hat. Der 35-jährige US-Amerikaner ist der einzige wirklich gute Blueliner im Freiburger Team, er hat sowohl einen guten Slapshot, als auch einen berüchtigten Handgelenkschuss: Ein perfektes "Fressen" für die Stürmer, welche im Slot ablenken können. Gunderson war sich auch nicht zu schade weit hinter der gegnerischen Torlinie vorchecken zu gehen. Er ist der Hauptgrund, weshalb Gottéron nach der Qualifikation das beste Überzahlspiel aufweisen konnte. Im Schnitt holte Ryan Gunderson fast einen Punkt pro Spiel, das machte ihn zum besten Verteidiger der ganzen Liga. Jeder beliebige Stürmer würde diesen Scorerwert unterschreiben. Einziger Schwachpunkt bei Gunderson waren – wie fast bei der ganzen Mannschaft – die Playoffs. Manch einer hat sich vor dem Fernseher oder Radio gefragt, was aus Gunderson wurde. Trotzdem war es eine unglaublich starke und konstante Saison, welche Gunderson auch nächstes Jahr bei Gottéron noch einmal wiederholen könnte.

1) Stürmer Killian Mottet 55GP 25G 25A

Mit gutem Gewissen kann man sagen, dass das Gottéron-Eigengewächs Killian Mottet der beste Spieler der ganzen Saison war. Er übertrifft nicht nur alle Erwartungen mit seinen unglaublichen 25 Toren und 25 Assists. Der 30-Jährige ist neben Sutter wohl einer wenigen Gottéronspieler, welche auch in den Playoffs mit Kampfgeist und Determination überzeugte. Wer neben hochdekorierten Stürmern wie Stalberg, Desharnais, Sprunger und DiDomenico die Saison als Topskorer abschliesst, dem gebührt Ehre; und einen Platz in der Nationalmannschaft. Klar profitierte Mottet vor allem im Powerplay von den Ausländern, aber die Effizienz des Scharfschützen war bestechend und seine Strafen hat er (wie auch das ganze Team) ebenfalls etwas zurückgesteckt. Killian Mottet war der beste Spieler bei Freiburg-Gottéron in dieser Saison 20/21. Dabei wäre es kleinlich, nur auch irgendetwas an seiner Leistung auszusetzen.

Trainer Christian Dubé

An der Persönlichkeit von Cheftrainer und Sportchef Christian Dubé scheiden sich die Geister. Alles in allem hat der Kanadier an der Bande aber auch alleine, ohne Sean Simpson, überzeugt. Dabei gilt es jedoch zu nuancieren. Bemerkenswert waren diese Saison vor allem die Konstanz und der Punkteschnitt gegen die vermeintlich schwachen Teams der Liga. Ebenfalls bemerkenswert war die Teamstimmung und Spielfreude, welche der 44-jährige im Training immer wieder gut aufrechthalten konnte. Hingegen haben die Spiele (Qualifikation und Playoff) gegen vermeintlich starke Mannschaften schlecht funktioniert. Taktisch hatte Christian Dubé nur selten genügend Variation um sich gegen grosse Mannschaften durchzusetzen. Dies zeigt sich auch in den Playoffs, als sein Team wie gelähmt und ohne Reaktion gegen Genf im Viertelfinal klar ausschied. Kurzfristig wird Dubé auch aus finanziellen Gründen an der Bande stehen. Langfristig – und wenn die Coronakrise vorbei sein wird – muss sich der Club aber die Frage stellen, ob man Dubé nicht wieder ins Büro als Sportchef schicken will und einen neuen Trainer holt. Denn für nächstes Jahr waren fast alle Spielerverträge bereits vor der Saison im Trockenen. Dies sieht im kommenden Dezember anders aus; Und dann wird Dubé keine Zeit mehr haben für das Doppelamt.

Hier geht es zum ersten, zweiten, dritten und vierten Teil der Serie.

Legende: GP = Spiele, G = Tore, A = Asissts.

RadioFr. - Renato Forni / faeb
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