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Die Spieler von Freiburg-Gottéron unter der Lupe Teil 3/5

Die RadioFr.-Sportredaktion bewertet die 25 Spieler der ersten Mannschaft und gibt eine Einzelkritik ab.

Startete gut in die Saison, erbrachte in den letzten zwei Monaten aber eine ungenügende Leistung: Andrei Bykov. © Keystone

Von Montag bis Freitag wird die Mannschaft von Freiburg-Gottéron unter die Lupe genommen. Pro Tag werden fünf Spieler analysiert. Dieses Mal von der Nummer 15 bis zur Nummer 11: Stürmer Julien Sprunger, Stürmer Yannick Herren, Stürmer Andrei Bykov, Verteidiger Philippe Furrer und Verteidiger Benjamin Chavaillaz.

15) Stürmer Julien Sprunger 56GP 15G 11A

Brauchen wir diesen Spieler noch vorzustellen? Mister Gottéron, der charismatische Leader auf und neben dem Eis, ist eine Legende und hat die Geschichte von Gottéron geprägt wie kaum ein anderer. Lange musste der 35-jährige aus Grolley auf sein erstes Saisontor warten, Trainer Dubé hat ihm im Herbst sogar noch eine „Matchpause“ gegeben, um sich etwas zu ordnen. Doch in der zweiten Saisonhälfte hat Sprunger wieder zu seinen Torerfolgen zurückgefunden. Am 15. Dezember krönt er sich zum alleinigen Punkterekordhalter im Gottérondress. Beim 5:0-Sieg in Langnau trifft er doppelt und überholt so Slava Bykov – es ist der 652. Scorerpunkt von Sprunger. Mit weniger als einem halben Punkt pro Spiel bleibt der Wert bei ihm jedoch tief, obwohl er seine Stärken als Kapitän auch ausserhalb des Scorerboards ausspielt. Es ist eine korrekte Saison von Julien Sprunger, nicht mehr und nicht weniger. Sprunger hat noch einen Vertrag bis 2023, danach dürfte mit seiner Karriere endgültig Schluss sein.

14) Stürmer Yannick Herren 53GP 12G 12A

Yannick Herren, der letzte Saison aus Lausanne nach Freiburg gekommen ist, konnte vor allem in der Vorbereitungsphase überzeugen. Vielleicht hat er dabei etwas zu hohe Erwartungen geschürt bei den Gottéronfans. Nach einem wirklich starken Saisonstart verkraftete der 30-jährige Walliser den Linienwechsel weg von Schmid und DiDomenico nicht. Zu oft konnte er dem Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken. Trotz bescheidener Leistung war er aber immer wieder nadelstichartig vor dem Tor gefährlich. Schliesslich sind die 24 Punkte aber doch viel weniger, als wir und er wohl erwartet hatten. Yannick Herren hat noch zwei Saisons im Dress von Gottéron vor sich, in welchen er mehr Einfluss gewinnen kann.

13) Stürmer Andrei Bykov 54GP 11G 17A

Die technisch-versierte Gottéronlegende kann zufrieden sein mit seiner Saison, auch wenn er es nicht geschafft hat, konstante Leistungen zu bringen. Zu Beginn der Saison war er auffällig, stach teilweise klar aus dem Kollektiv heraus und konnte mit seiner Übersicht schöne Spielzüge und Tore vorbereiten. Bis hin zu seiner Vertragsverlängerung wechselten sich gute und durchschnittliche Spiele ab. Nachdem Bykov den Vertrag unterzeichnet hatte, welcher von beiden Seiten sehr hart verhandelt wurde, brachen die Leistungen des 33-jährigen jedoch ein. Die letzten zwei Monate der Saison waren sie ungenügend. Er dürfte seine letzten zwei Vertragsjahre bei Gottéron noch geniessen und dann gleichzeitig wie Sprunger in den Ruhestand gehen. Warum auch nicht?

12) Verteidiger Philippe Furrer 34GP 0G 6A

Der WM-Silberheld und dreifache Schweizermeister hat auch mit 35 Jahren noch nicht genug. Philippe Furrer hat diese Saison wegen einer Hirnerschütterung nur rund die Hälfte der Spiele bestritten. Doch sowohl am Anfang und als auch am Ende der Saison konnte der Berner mit seinem solidem Defensivspiel überzeugen. In entscheidenden und brenzligen Situationen liess der Routinier praktisch nie was anbrennen. Da macht es auch überhaupt nichts aus, dass er an der offensiven blauen Linie nicht mehr dieselbe Gefahr darstellt wie früher. Furrer hat sich hartnäckig von seiner Gehirnerschütterung zurückgekämpft und die Hoffnung auf eine Vertragsverlängerung nie aufgegeben, auch wenn diese zeitweise unwahrscheinlich erschien. Es ist richtig, dass er den Vorzug vor Marc Abplanalp gekriegt hat und so nächste Saison neben Nationalmannschaftskollege Raphael Diaz noch eine Spielzeit anhängen darf.

11) Verteidiger Benjamin Chavaillaz 50GP 2G 10A

Im Gegensatz zur vorhergehenden Saison 19/20 war Benjamin Chavaillaz diese Saison eine verlässliche Stütze in der Gottéronverteidigung. Dem 32-jährigen Waadtländer fehlen zwar weiterhin offensive Qualitäten und eine einigermassen korrekte Schusstechnik, doch eine solche wird sich Chavaillaz im fortgeschrittenen Hockeyalter nicht mehr aneignen müssen. Er erfüllte diese Saison seine Rolle neben Ryan Gunderson sehr gut. Die ganze Saison durch konnte Trainer Christian Dubé Verteidiger Gunderson mit in die Offensive schicken und gleichzeitig sicher sein, dass Chavaillaz hinten solide absichert. Benjamin Chavaillaz hat von allen Gottéronspielern mit +13 die beste Plus-Minus-Bilanz. Diese Statistik ist für Verteidiger eine Richtlinie. Chapeau zu dieser Leistungssteigerung und zu einer konstant soliden Saison im Schatten des Scheinwerferlichtes. Benjamin Chavaillaz hat bei Gottéron noch einen Vertrag bis 2023, er dürfte auch nächstes Jahr in derselben Rolle an der Seite von Gunderson spielen.

Hier geht es zum ersten und zum zweiten Teil der Serie

RadioFr. - Renato Forni / pef
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