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Die Spieler von Freiburg-Gottéron unter der Lupe Teil 4/5

Die RadioFr.-Sportredaktion bewertet die 25 Spieler der ersten Mannschaft und gibt eine Einzelkritik ab.

Zeigte in dieser Saison zwei Gesichter: Gottéron-Goalie Reto Berra. © Keystone

Von Montag bis Freitag wird die Mannschaft von Freiburg-Gottéron unter die Lupe genommen. Pro Tag werden fünf Spieler analysiert. Dieses Mal von der Nummer 10 bis zur Nummer 6: Torhüter Reto Berra, Stürmer Mauro Jörg, Stürmer Sandro Schmid, Verteidiger Dave Sutter und Stürmer Viktor Stalberg.

10) Torhüter Reto Berra 50GP 91.52%SVS (Regular Season) / 88.20% (Playoffs) 2.87GAA (Regular Season) / 3.82GAA (Playoffs)

Der Blick auf die Fangquote sowie die erhaltenen Gegentore pro Spiel verrät es: Reto Berra konnte die guten Leistungen aus der Regular Season in den Playoffs eindeutig nicht bestätigen. Von ihm wäre in den Playoffs viel mehr zu erwarten gewesen. Die dem Liga-Durchschnitt entsprechenden Werte in der Quali sind vor dem Hintergrund umso höher einzustufen, dass Berra mit Abstand am meisten Schüsse auf sein Tor erhielt. Zwar blieb ihm in dieser Spielzeit ein Shutout verwehrt. Dennoch: Der auf dem Eis viel Ruhe ausstrahlende und daneben als stets interessanter Interviewpartner gefragte Schlussmann hielt seine Mannschaft oft im Spiel und zeigte einige überragende Partien. In den Playoffs gegen die hartnäckigen und physisch auftretenden Genfer musste der 34-jährige Zürcher aber durchschnittlich ein Gegentor mehr pro Spiel hinnehmen als noch in der Qualifikation. Er weist die schlechtesten Werte sämtlicher in den Playoffs eingesetzten Goalies auf. Dieser Einbruch geht aber nicht ausschliesslich auf Reto Berras Kappe, seine Vorderleute agierten im Slot äusserst nachlässig und liessen ihn wiederholt im Stich. Es bleibt zu hoffen, dass der Torwart seine Fähigkeit – in den entscheidenden Spielen seine besten Leistungen zu zeigen – in der nächsten Spielzeit wieder findet. Reto Berra steht bei den Drachen noch bis 2024 unter Vertrag.

9) Stürmer Mauro Jörg 48GP 5G 7A

An seinem 31. Geburtstag bescheren wir Mauro Jörg eine mehrheitlich positive Einzelkritik: Der Bündner bereitete den Gottéron-Fans in seiner ersten Saison im Drachen-Dress vor allem mit seinem kernigen Körperspiel als Viertlinien-Stürmer und seinem aufopferungsvollen Einsatz in Unterzahl viel Freude. Jörg war sich nie zu schade, sich in harte Slapshots zu werfen, trug so den einen oder anderen blauen Fleck davon und vermochte seine Teamkollegen auf diese Weise mitzureissen. Die zwölf Skorerpunkte sind beim Flügel eher als Zusatz zu sehen. Dennoch: Mit seinen 81 Schüssen liegt Jörg weit hinter seinen ähnlich oft eingesetzten Stürmerkollegen zurück. Wenn er hier zulegen kann, wird er auch häufiger skoren. Mauro Jörg steht noch nächste Saison bei Gottéron unter Vertrag.

8) Stürmer Sandro Schmid 56GP 7G 9A

Der Auftakt in seine zweite Saison der National League gelang Sandro Schmid auf fulminante Art und Weise: In den ersten beiden Spielen wirbelte er zusammen mit Chris DiDomenico und Yannick Herren und verbuchte drei Skorerpunkte. Der 20-jährige Murtner durfte deshalb kurz den Flammenhelm des Topskorers tragen. Den Rest der Saison agierte Sandro Schmid dann aber deutlich unauffälliger. Sein Defensivspiel und sein spieltaktisches Niveau sind jedoch bereits jetzt hoch einzuschätzen. Hier macht sich die Ausbildung in Schweden bemerkbar. Im Offensivspiel dürfte vom jungen Seeländer noch etwas mehr kommen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der talentierte Schmid in seinen nächsten beiden Saisons bei Gottéron entwickeln wird.

7) Verteidiger Dave Sutter 56GP 2G 3A

Der Schweizermeister von 2018 fügte sich bei Gottéron sofort gut ins Team ein und bekam von Trainer Christian Dubé oft das Vertrauen. Sutter präsentierte sich als solider und defensiv gewissenhafter Verteidiger, der seinen Partner Philippe Furrer gut ergänzte. Der schweizerisch-kamerunische Doppelbürger mit beeindruckenden Gardemassen (195 cm gross, 105 kg schwer) ist definitiv ein Gewinn für die Freiburger Defensive. In den Playoffs zeigte der 29-Jährige vermehrt seine Offensivqualitäten mit dynamischen Vorstössen, einmal auch gekrönt von einem wunderschönen und entscheidenden Tor. Auch wenn die Torproduktion sicher nicht zu Dave Sutters Kernaufgaben gehört, dürfen sich die Gottéron-Fans in der nächsten Saison hoffentlich noch auf weitere Treffer des Hünen freuen.

6) Stürmer Viktor Stalberg 40GP 13G 16A

Viktor Stalberg kann sich mit erhobenem Haupt aus Freiburg verabschieden: Im Vergleich zu seiner ersten Saison bei den Drachen fiel die Leistung des schwedischen Flügels in der aktuellen Saison besser aus. Mit seinen 29 Skorerpunkten verbuchte Stalberg bloss zwei weniger als letzte Saison – und das mit sechs Partien weniger. Eine Hirnerschütterung setzte ihn für einen Monat ausser Gefecht. Der auch mit 35 Jahren kraftvoll und dynamisch auftretende Athlet übernahm in den Special Teams viel Verantwortung. Wie alle anderen Leistungsträger tauchte er aber im letztlich entscheidenden Moment, in den Playoffs, ab: Kein einziger Skorerpunkt in den fünf wichtigsten Spielen der Saison – das ist für einen Spieler vom Format von Viktor Stalberg inakzeptabel. Sportchef Christian Dubé kann für die nächste Spielzeit nur vier Ausländer beschäftigen. Letztlich fiel seine Wahl im kanadisch-schwedischen Duo auf David Desharnais statt auf Stalberg. Damit ist noch offen, wo der Schwede seine vom Stanley-Cup-Sieg (2013 mit Chicago) gekrönte Karriere ausklingen lässt.

Hier geht es zum ersten, zweiten sowie dritten Teil der Serie.

GP = Spiele, G = Tore, A = Asissts, SVS = Prozent gehaltene Schüsse, GAA = Gegentore pro Spiel.

RadioFr. - Martin Zbinden / Christophe Zürcher
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